4 Mythen über Collectibles

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Inhaltsverzeichnis

  1. Mythos 1: Collectibles haben ihren eigenen Charakter
  2. Mythos 2: Collectibles sind volatil und unsicher
  3. Mythos 3: Wer Collectibles kauft, verliert den leichten Zugang zu seinem Geld
  4. Mythos 4: Diversifikation durch verschiedene Aktien ist ausreichend

Wir müssen reden

Immer wieder gibt es Menschen, die Collectibles auch heute noch für exotische Besitztümer halten, die nur sehr vermögenden Privatpersonen und anspruchsvollen Institutionen vorbehalten sind. Gleichzeitig sind der steigende Zuspruch und die wachsende Attraktivität von Collectibles  längst Realität – und auch kein Nischenthema mehr.

Immer häufiger beschäftigen sich Journalisten, Blogs, Privatpersonen etc. mit Collectibles. Dabei stellt man fest, dass sich eine Reihe von Mythen zu diesem Thema verselbstständigt haben. Sie seien riskant, nur etwas für Reiche oder unbeständig sind nur einige davon.

Das sind die 4 größten Mythen über Collectibles – und das steckt wirklich dahinter:

Mythos 1: Collectibles haben ihren eigenen Charakter

An diesem Mythos ist etwas dran. Zwar wird auch im Zusammenhang mit Collectibles oft von “Investitionen” und “Anlagen” gesprochen, dennoch haben Collectibles oder Sammlerstücke einen ganz eigenen Charakter. Zunächst handelt es sich bei Collectibles um reale Gegenstände, die gekauft und verkauft werden können, gelagert und versichert werden müssen und die keinerlei Rechte und Pflichten begleiten. Man erwirbt, im Gegensatz zu Aktien, welche ein Anteil an einem Unternehmen mit Rechten und (Offenlegungs-) Pflichten widerspiegeln, ein klar definiertes und einzelnes Objekt.

Der Preis eines solchen Objekts wiederum setzt sich aus Angebot und Nachfrage zusammen. Dieser Preis ist in vielen Fällen von Emotionen und Trends getrieben und ein Markt für solche Collectibles weist oftmals keinerlei Ansprüche an Rationalität oder Effizienz auf. Diese mögliche Ineffizienz, Intransparenz und Irrationalität unterscheidet die Preissetzung bei solchen Collectibles grundlegend von der rationalen Preissetzung über diskontierte erwartete Renditen der Zukunft einer Aktie. Dennoch bieten sich gerade aus diesem Grund Vorteile einer weniger komplizierten Potenzialanalyse hinsichtlich eines Collectibles. 

Mythos 2: Collectibles sind volatil und unsicher

Einige Collectibles können tatsächlich eine hohe Preisschwankung über die Zeit (Volatilität) aufweisen. Doch das ist empirisch betrachtet eher die Ausnahme. Oldtimer zum Beispiel weisen im Durchschnitt über die letzten 10 Jahre eine jährliche Preissteigerung von fast 12,5% bei einer Volatilität von nur etwa 10% auf  (HAGI, BlackRock, Laurs, Renneborg).

Dennoch haben Collectibles einige bedeutende Risiken, welche sie klar von anderen Objekten differenzieren. So muss zum Beispiel bei Collectibles  mit Personenbezug (z.B. bei Sneaker von Michael Jordan) das Personenrisiko beachtet werden. Wenn der Namensträger in Verruf gerät, schadet dies natürlich direkt der Preisentwicklung des Collectibles. Auch die oben genannten Charakteristika beeinflussen die Sicherheit eines Collectibles. So ist der Markt, an welchem diese ge- und verkauft werden, nicht reguliert und birgt Risiken, hervorgerufen durch Emotionen, Trends und irrationalen Handlungen. 

Mythos 3: Wer Collectibles kauft, verliert den leichten Zugang zu seinem Geld

Historisch gesehen stimmt das. Der Markt vieler Collectibles war und ist illiquide. Das heißt, dass sich ein Verkauf durch die Suche eines Käufers meist länger hinzieht und oftmals auch nicht zu den gewünschten Konditionen durchgeführt werden kann, wenn es schneller gehen soll. 

Ein anschauliches Beispiel für Illiquidität in einem Markt bieten Immobilien. Um an das Geld zu kommen, das in einer Immobilie steckt, muss die Immobilie verkauft werden. Das ist ein komplexer Prozess, dauert lange und kostet Geld. Einmal investiert, ist das Geld also erst einmal in der Immobilie gebunden.

Mit der Umsetzung innovativer Ideen oder einem steigenden Angebot und einer steigenden Nachfrage kann sich dieses Problem jedoch in Zukunft vermeiden lassen. 

Mythos 4: Diversifikation durch verschiedene Aktien ist ausreichend

Bei der Streuung des Geldes geht es darum, das Ausfallrisiko zu minimieren und im Durchschnitt über die Zeit stabile Renditen zu erwirtschaften. Dafür ist es eventuell unzureichend, in nur zwei verschiedene Anlageobjekte oder nur eine Anlageklasse zu investieren. Es kann daher nützlich sein, unter Beachtung der entscheidenden finanzwirtschaftlichen Grundlagen wie negativer Korrelation, jegliche Anschaffungen auch mit Blick auf eine mögliche Diversifikation zu treffen. 

Erfahre mehr zum Thema Diversifikation in unserem Artikel “Die Vorteile der Diversifikation”.

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